Hoffnung auf ein besseres LebenDie Suche nach Besonderem belebt das Interesse an handgeschöpftem Papier
Indien — das bedeutet unter anderem Armut der Massen und Reichtum einer kleinen Minderheit, eine reformbedürftige Agrarwirtschaft, aber auch Industrienation. Der Großteil der Landbevölkerung findet kein Auskommen in seinem Umfeld mehr und wandert ab in die Städte, um dort in Großstadtslums zu vegetieren, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Hilfe zur Selbsthilfe, das war die Idee von Mahima Mehra, als sie 1995 die Serviceeinrichtung PAPETERIE ins Leben rief. PAPETERIE sorgte für das Aufleben der alten Tradition des Papierschöpfens und machte es Familienbetrieben in den Dörfern von Rajasthan und Uttar Pradesh möglich, sich eine eigene Zukunft auf dem Land aufzubauen. Das Traditionshandwerk des Papierschöpfens kam 1522 über den Iran nach Indien. Als Rohstoff verwenden die Papierschöpfer heute hauptsächlich Abfälle aus den Baumwollmanufakturen. Zur Strukturierung und Verschönerung des Papiers werden ausschließlich Materialien aus der Natur genutzt wie zum Beispiel Stroh, Gräser, Blütenblätter und Hanf. Von besonderer Bedeutung ist heutzutage der ökologische Aspekt des handgeschöpften Papiers. Dank dieses Herstellungsverfahrens kommt der Rohstoff Holz nicht zum Einsatz. Die Baumwollabfälle werden mit der Hand zerschnitten, mit Wasser vermischt und zu einem Brei verrührt. Der Faserbrei wird in die Bütte gefüllt. Anschließend tauchen die Papierschöpfer ein Drahtgittersieb in den Brei und stülpen dann die dünne Schicht auf ein Tuch. Nach dem Auspressen werden die Bögen an der Luft getrocknet. Um eine Tintenfestigkeit der Papieroberfläche zu erreichen, werden die Papierbogen mit Stärke beschichtet und mit einer mechanischen Walze glattgepresst. Interview mit Mahima Mehra
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